Östringer Fastnachtsumzug 2012 ein großer Erfolg - Närrische Supersause zwischen Kirchberg und Waldbuckel


In Östringen säumten am Faschingssamstag tausende Schaulustige die Wegstrecke des mittlerweile fünfzehnten Karnevalsumzugs der Kraichgaustadt. Mit stolzgeschwellter Brust geleitete Oberzugmarschall Heinz Hassis jun. den mit lokalen, globalen und märchenhaften Themen gespickten Gaudiwurm durch die von den Anwohnern und vom Umzugskomitee liebevoll geschmückten Straßen und Gassen zwischen Kirchberg und Waldbuckel. Über sechzig Fußgruppen und Motivwagen versetzten das Ortszentrum mit pfiffigen Ideen, fantasievollen Verkleidungen und prächtiger Stimmung für Stunden in den Ausnahmezustand.


Zahlreiche Guggenmusiken und Blaskapellen aus der Region sorgten dafür, dass das Narrendefilee nie außer Tritt kam und boten fröhlichen Clowns, schneidigen Freibeutern, buckligen Hexen und schlitzäugigen Mongolen willkommene Gelegenheit, miteinander ein Tänzchen zu wagen. Allenthalben machten die Akteure auch gemeinsame Sache mit dem Publikum am Straßenrand. Da hielten die einen ein Schwätzchen mit Bekannten, da trieben die anderen ein paar Meter weiter Schabernack mit den meist ebenfalls kunterbunt kostümierten Zaungästen. Mit großen Augen beobachteten die Kinder lustige Schlümpfe, Olchis und Popeye-Matrosen, hielten respektvoll Abstand zu kauzigen Waldgeistern, geheimnisvollen Außerirdischen und zotteli-gen Wikingern und griffen dann gleich wieder beherzt zu, wenn charmante „Wengert-gaissä“ oder fröhliche Hippiemädchen ihre süßen Naschereien verteilten.


Selbstredend geriet auch in Östringen der neueste Ex-Bundespräsident in den Blick der Fastnachter („Rotkäppchen und der böse Wulff“), die angehenden Absolventen des Leibniz-Gymnasiums enthüllten mit ihrem Motiv „Abikalypse 2012 – die Maya wussten vom Doppeljahrgang“ ungeahnte Zusammenhänge und die Freunde der städtischen Jugendmusikschule setzten beim Karnevalszug gekonnt die Suche nach einem Superstar fürs vierzigjährige Jubiläum der Bildungseinrichtung in Szene.
Dass der Faschingsumzug den Östringern eine Herzenssache ist, stellten die zahlreichen privat von Einheimischen organisierten Umzugsgruppen sowie die teilnehmenden Ortsvereine eindrucksvoll unter Beweis. Mit viel Liebe zum Detail hatten auch die Wagenbauer ganze Arbeit geleistet und nun unter anderem eine formidable Piraten-Fregatte, einen nostalgischen Schulbus aus Sperrholz, einen stilechten Westernsaloon und den Nachbau eines Kirmeskarussells auf die Strecke gebracht.


Zum reibungslosen Ablauf trugen nicht zuletzt die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz und Bauhof bei. Einen guten Job machten die erstmals eingesetzten Jugendschutzteams, die mit ihrer Präsenz unerlaubtem Alkoholkonsum bei Kindern und Heranwachsenden entgegen wirkten. Mit rund dreihundert Jugendlichen wurde während des Umzugs und danach beim bunten Treiben am Ziel der Narrenparade bei der TSV-Halle direkter Kontakt aufgenommen; in einzelnen Fällen mussten die Eltern verständigt werden.

Text und Bild mit freundlicher Genehmigung der Stadt Östringen (br)