Frühlingsfrisches Narrendefilee zwischen Kirchberg und Waldbuckel

Östringer Faschingsumzug von Tausenden bejubelt

Der strahlende Sonnenschein und die frühlingshaften Temperaturen am Samstagnachmittag hätten sogar einem Sommertagskorso alle Ehre gemacht, dem Östringer Faschingsumzug bereiteten sie jedenfalls geradezu ideale Rahmenbedingungen. Fast siebzig Glieder hatte der von Oberzugmarschall Heinz Hassis jun. geführte kunterbunte Gaudiwurm, der sich zweieinhalb Stunden durch das Stadtzentrum zwischen Kirchberg, Steinacker und Waldbuckel schlängelte. Rund um den Globus holten sich die Zugnummern ihre Motive, so dass in dem Geckengewusel pharaonische Majestäten aus dem Pyramidenland mit verwegenen Freibeutern von allen Weltmeeren, Samuraikämpfern aus dem mittelalterlichen Japan, Hippies aus den Sixties und indischen Maharanis gemeinsame Sache machten.

Vervollständigt wurde das vielgestaltige Narrenkaleidoskop unter anderem durch flauschige Störche mit ihrem Nest um den Hals, farbenprächtige Feuervögel, leckere Mozartkugeln, stolze Venezianerinnen, kesse Safarigirls, kauzige Waldhexen und vielerlei Märchenfiguren wie Schneewittchen und ihre kleinwüchsigen Begleiter. Mit viel Humor und zündenden Ideen nahmen die Fastnachter sowohl republikweit diskutierte Ereignisse wie auch örtliche Themen aufs Korn.

Ein aufgeregt gackernder Hühnerhaufen brachte garantiert dioxinfreien Eierlikör unter die Leute, Stars und Sternchen setzten das Dschungelcamp in Szene und der „Östringer Hofadel“ inszenierte mit prächtigen Gewändern eine königliche Hochzeit. Das „Saukomitee“ der Kraichgaustadt, stets für einen originellen Themenwagen gut, nahm heuer mit seinen Bauarbeitern die geplante Umgehungsstraße „zwischen Schneidmühl´ und Schlegl“ auf die Schippe und „Mir losset´s krache!“ hieß es mit Blick auf die Aufregungen im Zusammenhang mit der Werkschließung bei Invista und explosiven Chemikalienfunden in der Kolpingstraße beim Trupp von der Jugendmusikschule.

„Mittendrin statt nur dabei“ sagten sich offenkundig auch Tausende Schaulustige, die sich ebenfalls fantasievoll kostümiert hatten. Obgleich seit langem einer der größten Fastnachtsumzüge in der Region, hat sich das Östringer Narrendefilee auch in der vierzehnten Auflage viel von seiner familiären Atmosphäre bewahren können. Immer wieder fanden die Umzugsteilnehmer Gelegenheit, mit Freunden und Bekannten unter den Zaungästen ein kurzes Schwätzchen zu halten, wurden zwischen Aktiven und Zuschauern allerhand flüssige Stärkungsmittel ausgetauscht und wurde öfter auch mal ein Tänzchen in allen Ehren gewagt.

Zahlreiche Guggenmusiken, Blaskapellen und mobile Jukeboxen sorgten dafür, dass die ausgelassen feiernde Narrenparade nie außer Tritt geriet, nicht einmal ein Rudel rosiger Schweinchen auf der Flucht vor den Katzbach-Metzgern. Auch nach dem Ende des Umzugs blieb das bunte Völkchen rund um den Zielpunkt bei der TSV-Halle noch lange zusammen.

Einen prima Job erledigten Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und die Mitarbeiter des Bauhofs, die durch ihren Einsatz vor, während und nach dem fastnachtlichen Getümmel überhaupt erst die Voraussetzungen für einen reibungslosen und störungsfreien Ablauf schufen.

(08.03.2011 / br)