Ein Stück Heimatgeschichte ein Denkmal gesetzt
Wicker-Wacker präsentierten Bronzefigur des Ortsausschellers

In Östringen bildete die traditionelle Rathausstürmung, bei der die Elferräte der Karnevalsgesellschaft Wicker-Wacker bis Aschermittwoch die Amtsgeschäfte in der Stadtzentrale übernahmen, jetzt den idealen Rahmen für die Vorstellung der Bronzefigur des Ortsausschellers.

Im vorigen Jahr hatte die Narrenzunft des Heimat- und Kulturvereins die Initiative ergriffen und eine Spendenaktion auf den Weg gebracht, deren Erlös nun für die Bewahrung der Erinnerung an ein Stück Heimatgeschichte eingesetzt wurde.

Ob des besonderen Ereignisses schlossen Wicker-Wacker-Sitzungspräsident Markus Bender und Bürgermeister Walter Muth nach kurzem Wortgefecht um die Rathausschlüssel kurzerhand einen „Burgfrieden“ und beendeten die Belagerung, um gemeinsam mit vielen Schaulustigen auf dem Kirchbergplatz die Enthüllung der nach einer Vorlage von Heinrich Zibuschka gegossenen Bronzefigur zu feiern.

Vor Stadtbrunnen und Rathaus erinnert der Ausscheller nun an eine längst vergangene und heute nostalgisch anmutende Form der Bekanntgabe amtlicher Informationen, wie sie in den frühen 1950er Jahren zuletzt Hermann Hotz und Hugo Hoffmann praktizierten. „Er ist nicht mehr aus Fleisch und Blut, doch Bronze steht ihm wirklich gut! Die Schell´, die hat er in der Hand, zu verkünden das, - was sollt´ bekannt“, brachte Heinrich Zibuschka als Schöpfer der Skulptur nun in Versform auf den Punkt, was einst die Aufgabe des Aus-schellers war.

Bei den Einheimischen kam das von Bürgermeister Walter Muth tatkräftig unterstützte Projekt der Wicker-Wacker nun sichtlich gut an.

Ausgiebig machten Groß und Klein von der Gelegenheit Gebrauch, die Bronzeplastik näher in Augenschein zu nehmen. Die diversen Symbole, die der Ortsausscheller trägt, blieben dabei nicht unentdeckt.

So symbolisiert ein Kleeblatt am Revers nicht nur Glück und Freude, die der Amtsträger einst und jetzt bringen sollte, sondern auch die vier Östringer Stadtteile.