Narrengericht der Wicker-Wacker tagte auf dem Rathausplatz

 

Im Umgang mit den Stadtoberen zogen die Elferräte der Östringer Karnevalsgesellschaft Wicker-Wacker jetzt andere Saiten auf. Die „tollen Tage“ fest im Blick, gingen die Gecken mit ihrem Streitwagen und viel närrischem Gefolge vor dem Rathaus in Stellung und forderten Bürgermeister Felix Geider ultimativ auf, mit seinen Getreuen die Verwaltungsfestung zu räumen. Nach zwei ergebnislosen Schunkelrunden Bedenkzeit mit dem Guggenorchester der „Dambacher Galgeveggel“ schlug Wicker-Wacker-Boss Markus Bender eine forschere Gangart an und ließ den Schultes kurzerhand von einem charmanten Einsatzkommando seiner Amazonengarden auf den Kirchbergplatz zerren.

 


Eingezwängt in eine mittelalterliche Halsgeige musste sich Felix Geider dem Narrengericht der Elferräte stellen, die ihm unter anderem vorhielten, er habe geheime Seilschaften mit „Fast-Schwaben“ wie dem Pforzheimer Versandhausunternehmer Klaus Bader und vernachlässige außerdem die Hermann-Kimling-Halle, das „Wohnzimmer der Wicker-Wacker“. Zur Verteidigung wandte der Bürgermeister zwar ein, sein badisches Herz sei eben so groß, dass auch ein Schwabe, noch dazu einer mit großer Firma, in der Stadt aufgenommen werde, und sagte außerdem auch die baldige Komplettsanierung des Austragungsorts der fernsehreifen Wicker-Wacker-Prunksitzung zu – allein, es half nichts und sein Arrest wurde nicht aufgehoben.

 


Mit der Einladung der Östringer Fastnachter und ihrer vielköpfigen Anhängerschaft zum Sektumtrunk im Rathaus konnte Stadtchef Geider jedoch wenigstens der Verbannung nach „Odne“ entgehen und eine Verkürzung seiner Haft erreichen – am Aschermittwoch darf er die Amtsgeschäfte wieder übernehmen. Für die verbleibende Faschingszeit wurde vor dem Rathaus indessen die Wicker-Wacker-Fahne hochgezogen.

 

 

 

 

 

Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung der Stadt Östringen (br)